Die aus der traditionellen chinesischen Medizin stammende Akupunktur (lat. acus=Nadel, pungere=stechen) gehört zu den ältesten Heilmethoden. An genau festgelegten Hautpunkten auf den so genannten Meridianen (Energiebahnen) werden Akupunkturnadeln unterschiedlich tief eingestochen, wodurch energetische Störungen innerhalb des Organismus ausgeglichen bzw. angeregt oder gedämpft werden. Auf den 12 Hauptmeridianen liegen insgesamt 361 klassische Akupunkturpunkte, die als Reflexzone innerer Strukturen und Organe angesehen werden können.
Die Akupunktur ist vor allem in der Schmerztherapie und zur Heilung chronischer Erkrankungen weltweit anerkannt. Mit speziell geschliffenen Einmal-Akupunkturnadeln ist eine Behandlung schonend und schmerzarm. Bis zu 15 Nadeln können pro Behandlung verwendet werden, je nach Krankheitsbild mit unterschiedlicher Verweildauer von bis zu 20-30 Minuten. Wegen Ihrer nachgewiesenen Nebenwirkungsfreiheit kommt die Akupunktur in vielen Fällen ergänzend zum Einsatz.
Die Akupunktur wirkt auf das zentrale und periphere Nervensystem, auf „Körpersäfte“, Hormone, Blutzirkulation und Immunsystem. Durch die Nadel werden Nervenzellen stimuliert und Substanzen freigesetzt, welche die Schmerzübertragung verhindern oder entzündungshemmend sind.
Zu den verschiedenen Akupunkturformen gehören die Körper-, Ohr- und Schädelakupunktur, Moxibustion (kombinierte Pflanzen- und Wärmetherapie), Elektro- und Lasertherapie sowie Akupressur.
Indikationsbeispiele sind Schmerzen aller Art, funktionelle Erkrankungen der inneren Organe, rheumatische Krankheiten, Hauterkrankungen und Allergien.
Bei Kindern unter 12 Jahren, stark geschwächten Patienten sollte auf Akupunktur verzichtet werden.
Einige Punkte sollten auch bei Schwangeren nicht genadelt werden.
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